Mittwoch, 06 Dezember 2017 08:44

Was ändert sich 2018 für Verbraucher

Energieberatung der Verbraucherzentrale fasst die
wichtigsten Neuigkeiten zusammen
Hannover, 27.11.2017 – Was Verbraucher beim Hausbau und bei
 Sanierungen beachten sollten:
Förderantrag vor Beginn der Baumaßnahmen stellen: Das Bundesamt
für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst in seinem Programm
„Heizen mit erneuerbaren Energien“ Solaranlagen, Wärmepumpenheizungen
und Biomasseheizungen. Um die Förderung zu erhalten, müssen Verbraucher
ab 2018 den Förderantrag stellen, bevor sie mit der Umsetzung
der zu fördernden Maßnahme beginnen.

Absenkung des Tilgungszuschusses: Die KfW (Bankengruppe) verringert
ab dem 1. Januar 2018 den Tilgungszuschuss in ihrem Programm
„Erneuerbare Energien-Speicher“ zur Förderung von Batteriespeichern für
Photovoltaikanlagen von dreizehn auf zehn Prozent der errechneten
Speicherkosten.
Altersgerechtes Umbauen wird wahrscheinlich wieder bezuschusst:
Alles deutet darauf hin, dass die KfW 2018 wieder Maßnahmen unterstützt,
die die Barrierefreiheit von Wohnungen verbessern und dem Schutz vor
Einbruch dienen.
HBCD-haltige Dämmstoffe nicht mehr als gefährlicher Abfall eingestuft:
Diese Dämmstoffe gelten ab 2018 in der Regel nicht mehr als
gefährlicher Abfall. Verbraucher müssen sie jedoch separat sammeln, so
dass sie vom Entsorger erfasst und gewogen werden können.
Bauherren künftig besser abgesichert: Mit der Reform des Bauvertragsrechts
und der Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung erhalten
Bauherren ab 2018 eine Baubeschreibung. Sie beinhaltet detaillierte
Angaben zum Energie- und Schallschutzstandard. Bauherren profitieren in
mehrfacher Weise von dieser Neuregelung: Die Baubeschreibung
1. ermöglicht noch vor Abschluss des Vertrages, Angebote besser miteinander
zu vergleichen,
2. belegt, dass die Förderbedingungen eingehalten wurden,
3. eignet sich als Grundlage, um einen Kredit zu beantragen und
4. dient als Nachweis, dass öffentlich-rechtliche Vorschriften eingehalten
wurden.
Darüber hinaus verpflichtet das Bauvertragsrecht ab 1. Januar 2018 die
am Bau beteiligten Parteien dazu, die Bauzeit im Bauvertrag verbindlich
festzuhalten. Des Weiteren können Bauherren den Bauvertrag innerhalb
von 14 Tagen ab Vertragsschluss widerrufen.
Neuigkeiten für Stromerzeuger
Eingeschränkte Steuerentlastung bei Kraft-Wärmekopplung:
Energiesteuern für Gas und Öl werden bei Kraft-Wärmekopplung nur noch
nach Abzug der Investitionsbeihilfen rückerstattet. Die Steuerentlastung gilt
generell nur für hocheffiziente Anlagen, mit einem Jahresnutzungsgrad von
mindestens 70 Prozent.
Intelligente Messsysteme für Photovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung
und Co.: Ab 2018 können neue kleine Energieerzeugungsanlagen mit
Smart Meter ausgestattet werden. Hierbei handelt es sich um einen
digitalen Stromzähler, der den Stromverbrauch bzw. die Stromerzeugung
ermittelt. Er speichert die Daten und sendet sie an Stromversorger und
Netzbetreiber. Das intelligente Messsystem darf die Kosten pro Messpunkt
60 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Ab 2020 sollen auch Stromverbraucher
mit unter 6.000 kWh pro Jahr mit Smart Meter ausgestattet werden.
Wichtig für Verbraucher:
Strompreisvergleich lohnt sich: Obwohl die EEG-Umlage 2018 leicht
fällt, kann es zu Strompreiserhöhungen kommen. Die gleichzeitige
Novellierung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes sieht vor, die
Übertragungsnetzentgelte zu vereinheitlichen. Je nach Stromanbieter kann
der Strompreis steigen oder sinken. Verbraucher sollten daher ihre
Stromverträge prüfen, die Preise vergleichen und gegebenenfalls den
Anbieter wechseln.
Was diese Änderungen für Verbraucher bedeuten sowie Tipps und
Informationen zum Thema Energie gibt es bei den Energieberatern der
Verbraucherzentrale - online, telefonisch oder in einem persönlichen
Beratungsgespräch. Sie informieren anbieterunabhängig und individuell.
Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind
die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809
802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird
gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Dezember 2017 08:47