Montag, 05 November 2018 14:26

Immer mehr Einwohner, zu wenig Wohnraum

Region zahlt 20 Mio Euro Wohnbau-Prämie pro Jahr.
 Die Zahlen sind alarmierend: Rund 28.000 zusätzliche Wohnungen fehlen in der Landeshauptstadt und in der Region Hannover bis zum Jahr 2025. Verwaltung, Politik und die Immobilienbranche sind sich einig, dass dringend mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden muss. Sozial- und Planungsdezernat der Region Hannover haben deshalb jetzt im Rahmen der „WohnBauInitiative“ eine neue „Wohnbau-Prämie“ vorgestellt.

Die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz hatte HAUS & GRUNDEIGENTUM um Unterstützung bei dem Projekt gebeten. Gemeinsam mit den zuständigen Regions-Dezernentinnen Dr. Andrea Hanke und Christine Karasch, dem CDU-Regionsfraktionsvorsitzenden Bernward Schlossarek, dem Geschäftsführer der Sozialen Wohnraumhilfe Jürgen Schabram und Diakonie-Pastor Rainer Müller-Brandes erläuterte sie bei einem Treffen in der Theaterstraße die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt.
Der H & G-Vorstandsvorsitzende Rainer Beckmann sagte umgehend die Hilfe des Vereins zu: „Das Projekt ist sehr sinnvoll, da die Zeit drängt, um notwendigen Wohnraum zu schaffen. Wir wollen dazu beitragen, das Programm in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.“
Die Situation in Hannover und der Region:
Die Bevölkerungszahl in der Region wächst stetig. Seit 2011 kommen jährlich rund 7000 Menschen hinzu. Bis zum Jahr 2025 erwarten Statistiker eine weitere Zunahme von 38.000 Einwohnern – das entspricht etwa 18.300 Haushalten.
Ein großes Problem: Vor allem im preisgünstigen Segment und für Ein-Personenhaushalte gibt es schon jetzt erhebliche Angebotslücken, die in Zukunft noch größer werden. Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke: „Wer gut verdient, hat immer noch Chancen eine attraktive Wohnung zu finden. Aber für Menschen mit kleineren oder mittleren Einkommen wird das zunehmend schwerer.“
Die Region hatte aus diesem Grund bereits 2016 die „WohnbauInitiative“ gestartet, um die Kommunen bei der Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum zu unterstützen. Diese baut auf drei Säulen zur Förderung der Wohnraumschaffung in der Region: dem Wohnraumversorgungskonzept als Grundlage zur Inanspruchnahme von Landesförderung, einer fachlichen Unterstützung und der „Wohnbau-Prämie“.
Die neue Wohnbau-Prämie:
Ab 2019 stellt die Region bis 2021 jährlich den Städten und Gemeinden für den Wohnungsbau pauschal 20 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld fließt direkt in die Kassen der Kommunen, bei denen neuer Wohnraum entsteht – und nicht an die Wohnungsbaugesellschaften.
Mit dem Geld kann der Bau von 4000 Wohnungen pro Jahr gefördert werden. Eine Deckelung ist nicht vorgesehen. Die Ausschüttung ist je nach Art des Wohnraums gestaffelt:
- Für Ein- und Zwei-Familienhäuser gibt es pro Wohneinheit einen Zuschuss von je 1500 Euro.
- Für Mehrfamilienhäuser liegt er bei 5500 Euro.
- Im geförderten Wohnungsbau sind es zusätzlich 3000 Euro pro Wohnung – Voraussetzung ist dann eine Sozialbindung mit einer Mindestlaufzeit von 20 Jahren.
Planungsdezernentin Christine Karasch: „Die Staffelung war uns wichtig, um gezielt Anreize für den Bau von Mehrfamilienhäuser zu setzen. Der Geschoss-Wohnungsbau ist in den vergangenen 20 Jahren vernachlässigt worden, da haben wir den größten Nachholbedarf.“
Alle Kommunen können von dieser Förderung profitieren – sie haben es selbst in der Hand, ob sie das Prämien-Instrument nutzen und wie sie das Geld einsetzen wollen.
Denkbar ist z.B. die Grundstückspreise zu senken oder es über den Kaufpreis weiter zu geben. Alternativ ist auch eine finanzielle Unterstützung bei dem Bau von erforderlichen Grünanlagen oder Garagen möglich. Das Fördergeld bekommen die Städte und Gemeinden aber in jedem Fall erst nach Fertigstellung der Immobilien. Foto: Bernward Schlossarek, Rainer Beckmann, Michaela Michalowitz, Christiane Karasch, Dr. Andrea Hanke, Rainer Müller-Brandes (v.l.).
Letzte Änderung am Dienstag, 06 November 2018 15:53