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Dienstag, 06 Februar 2024 11:21

Fördermittel für Heizungstausch und Gebäudesanierung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird ab 1. Januar 2024 der Umstieg auf Erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen schrittweise verpflichtend. Den Umstieg auf eine Heizung, die mit 65 Prozent Erneuerbaren Energien betrieben wird, fördert der Bund mit verschiedenen Zuschüssen und zinsvergünstigten Krediten in der sogenannten Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). 

Im Folgenden erhalten Sie Informationen zu den Fördermitteln für den Heizungstausch und Gebäudesanierung. Bitte beachten Sie, dass die zur Beantragung erforderlichen Systeme und Informationen teilweise erst im Laufe des Jahres 2024 von der Bundesregierung und den beauftragten Institutionen bereitgestellt werden.

Am 29. Dezember 2023 wurde die überarbeitete Förderrichtlinie „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ im Bundesanzeiger veröffentlicht. 

Die neue Förderung wird schrittweise im Laufe des Jahres 2024 zunächst nur für Privatpersonen, die Eigentümer eines selbstgenutzten Einfamilienhauses sind, starten.  

Für weitere Antragstellergruppen, wie Vermieter und Wohnungseigentümergemeinschaften, wird die Beantragung erst im weiteren Verlauf des Jahres 2024 möglich sein. 

Privatpersonen, die Eigentümer eines Einfamilienhauses sind und dieses selbst bewohnen, können voraussichtlich ab dem 27. Februar 2024 einen Antrag auf die neue Heizungsförderung stellen. Dafür steht ein Zuschuss sowie zusätzlich ein zinsgünstiger Ergänzungskredit für energetische Einzelmaßnahmen zur Verfügung. Der Ergänzungskredit ist nur in Kombination mit einer Zuschusszusage der KfW für die Heizungsförderung und/oder einem Zuwendungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für energetische Einzelmaßnahmen erhältlich. Eine alleinige Beantragung des Ergänzungskredits ist nicht möglich. 

Förderübersicht für Eigentümer eines selbstgenutzten Einfamilienhauses beim Heizungstausch

Förderhöchstsatz und Begrenzung der förderfähigen Kosten: Die Grundförderung und die verschiedenen Bonusförderungen lassen sich miteinander kombinieren – bis zu einem Förderhöchstsatz von maximal 70 Prozent. Außerdem gibt es eine Höchstgrenze bei den förderfähigen Kosten für den Heizungstausch. In einem Einfamilienhaus betragen diese maximal 30.000 Euro. Bei Kombination aller Bonusförderungen können Sie bis zu 21.000 Euro Förderung für eine neue Heizung bekommen. Bei Biomasseheizungen beträgt der Förderhöchstbetrag 23.500 Euro. 

  • Grundförderung: 30 Prozent der maximal förderfähigen Kosten beim Einbau einer Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien, also maximal 9.000 Euro. 
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 20 Prozent der maximal förderfähigen Kosten, wenn eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzt wird. Ab 1. Januar 2029 reduziert sich der Bonus kontinuierlich. 
  • Einkommensbonus: Bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro kann zusätzlich ein Einkommensbonus in Höhe von 30 Prozent beantragt werden. 
  • Effizienzbonus: Für Wärmepumpen wird ein Bonus von 5 Prozent gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser verwendet oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird. 
  • Emissionsminderungszuschlag: Für Biomasseanlagen wird ein Zuschlag von 2.500 Euro gewährt, wenn sie nachweislich den Emissionsgrenzwert für Staub von 2,5 mg/m3 einhalten. 

Förderübersicht für Vermieter von Ein- und Mehrfamilienhäusern beim Heizungstausch 

  • Förderhöchstsatz und Begrenzung der förderfähigen Kosten: Die Grundförderung und nur ausgewählte Bonusförderungen lassen sich miteinander kombinieren. Der Förderhöchstsatz von maximal 70 Prozent kann jedoch nicht erreicht werden. Außerdem gibt es eine Höchstgrenze bei den förderfähigen Kosten für den Heizungstausch. In einem Mehrfamilienhaus betragen diese für die erste Wohneinheit 30.000 Euro, für die zweite bis sechste Wohneinheit jeweils 15.000 Euro ab der siebten Wohneinheit je 8.000 Euro. 
  • Grundförderung: 30 Prozent der maximal förderfähigen Kosten beim Einbau einer Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien. 
  • Effizienzbonus: Für Wärmepumpen wird ein Bonus von 5 Prozent gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser verwendet oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird. 
  • Emissionsminderungszuschlag: Für Biomasseanlagen wird ein Zuschlag von 2.500 Euro gewährt, wenn sie nachweislich den Emissionsgrenzwert für Staub von 2,5 mg/m3 einhalten. 

Grundförderung 

Die Grundförderung von 30 Prozent wird für alle Wohn- und Nichtwohngebäude im Bestand, die unter das GEG fallen und für alle Antragstellergruppen gewährt.  

Nicht alle Heizungen, die die GEG-Vorgaben erfüllen sind auch förderfähig – bei Biogas, Bio-Heizöl, Stromdirektheizungen wie Infrarot- oder Nachtspeicherheizungen sowie Hybridheizungen mit anteiliger Gas- oder Öl-Nutzung gibt es Einschränkungen. Für Gas- und Ölheizungen gibt es grundsätzlich keine Förderung. Für H2-ready-Heizungen sind nur die Mehrkosten im Vergleich zu einer nicht-wasserstofffähigen Heizung förderfähig. 

Klimageschwindigkeitsbonus 

20 Prozent der maximal förderfähigen Kosten werden ausschließlich an selbstnutzenden Eigentümer gewährt, wenn eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung ersetzt wird, obwohl man dazu noch nicht verpflichtet ist.  

Ab 2029 sinkt der Bonus alle zwei Jahre und entfällt im Jahr 2037 komplett. Der Bonus beträgt bei Beantragung bis zum  

  • 31. Dezember 2028: 20 Prozent 
  • 31. Dezember 2030: 17 Prozent 
  • 31. Dezember 2032: 14 Prozent 
  • 31. Dezember 2034: 11 Prozent 
  • 31. Dezember 2036: 8 Prozent. 

Feste Biomasseheizungen (bspw. Pellets- und Holzheizungen) nur, wenn sie mit Solarthermie oder Photovoltaik zur elektrischen Warmwasserbereitung oder mit einer Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung kombiniert werden.  

Den Geschwindigkeits-Bonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer, nicht für Vermieter. Bei mehr als einer Wohneinheit wird der Bonus nur anteilig für die selbstgenutzte Wohneinheit gewährt. 

Einkommensbonus 

30 Prozent der förderfähigen Kosten werden ausschließlich selbstnutzenden Eigentümern mit einem zu versteuernden Jahreshaushaltseinkommen von weniger als 40.000 Euro gewährt. Ausschlaggebend ist das durchschnittliche Haushaltseinkommen aus dem zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung, wie es aus den Einkommensteuerbescheiden aller Haushaltsmitglieder festgestellt wurde.  

Den Einkommensbonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer, nicht für Vermieter. Bei mehr als einer Wohneinheit wird der Bonus nur anteilig für die selbstgenutzte Wohneinheit gewährt. 

Effizienzbonus 

5 Prozent der förderfähigen Kosten werden allen Antragstellergruppen zusätzlich für Wärmepumpen gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser verwendet oder ein natürliches Kältemittel eingesetzt wird. 

Emissionsminderungszuschlag 

2.500 Euro werden allen Antragstellergruppen für die Errichtung von Biomasseanlagen gewährt, wenn die Anlagen den Emissionsgrenzwert für Staub von 2,5mg/m3 einhalten. 

Ergänzungskredit 

Bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit werden Eigentümern als Ergänzungskredit zur Finanzierung des Heizungstauschs und weiterer Effizienzmaßnahmen gewährt. Eine Zinsverbilligung von 2,5 Prozentpunkten wird gewährt, wenn das zu versteuernde Jahreshaushaltseinkommen maximal 90.000 Euro beträgt. 

Der Ergänzungskredit ist nur in Kombination mit einer Zuschusszusage der KfW für die Heizungsförderung und/oder einem Zuwendungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für energetische Einzelmaßnahmen erhältlich. Eine alleinige Beantragung des Ergänzungskredits ist nicht möglich. Der Ergänzungskredit über einen Finanzierungspartner, in der Regel die Hausbank beantragt. 

Hinweise zur Antragsstellung 

Zuschüsse für den Heizungstausch werden künftig bei der KfW beantragt. Zuschüsse für die alle anderen Einzelmaßnahmen beim BAFA. Der Ergänzungskredit kann wiederum über die Haus-/Geschäftsbank beantragt werden. 

Voraussetzung für die Antragsstellung von Einzelmaßnahmen (sowohl beim BAFA, als auch die der KfW) ist ein abgeschlossener Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit einem Fachunternehmen für den Heizungsaustausch, der zusammen mit dem Förderantrag einzureichen ist. Die Antragsteller erhalten nach dem Antrag eine automatisierte Mitteilung über die Zusage ihres Antrags. 

Vermieter, die bei der Sanierungsfinanzierung auf die Förderung angewiesen sind, sollten sich vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrag über den aktuellen Stand der verfügbaren Fördermittel informieren, um nicht leer auszugehen – denn die Gewährung der Förderung steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Haushaltsmittel. 

Weiterhin sollten Bauherren den Lieferungs- oder Leistungsvertrag für die Sanierungsmaßnahme ausschließlich unter Vereinbarung einer auflösenden oder aufschiebenden Bedingung der Förderzusage schließen. Folgende Musterformulierung einer aufschiebenden Bedingung wird von BAFA und KfW anerkannt: 

„Die in diesem Vertrag vorgesehenen Verpflichtungen zu (Liefer-)Leistungen dienen der Umsetzung [eines Sanierungsvorhabens], für das eine der Vertragsparteien eine Förderung über das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) des BMWK beim BAFA oder der KfW [beantragt [hat/diese innerhalb von […] Tagen nach Vertragsschluss beantragen wird]. 

Aufschiebende Bedingung: 

Dieser [Kaufvertrag tritt / Vertrag tritt hinsichtlich der Liefer- und Leistungspflichten zur Umsetzung] erst und nur insoweit in Kraft, wenn und soweit [das BAFA / die KfW] den Antrag [nur bei Kaufverträgen: zur Förderung [Bezeichnung Einzelmaßnahme / eines Sanierungsvorhabens]] bewilligt und die Förderung mit einer Zusage gegenüber der antragstellenden Vertragspartei zugesagt hat (aufschiebende Bedingung). Die antragstellende Vertragspartei wird die jeweils andere Vertragspartei über den Eintritt und den Umfang des Eintritts der Bedingung unverzüglich in Kenntnis setzen. 

Auflösende Bedingung: 

Dieser [Kaufvertrag erlischt / Vertrag erlischt hinsichtlich der Liefer- und Leistungspflichten zur Umsetzung], sobald und soweit [das BAFA / die KfW] den Antrag zur Förderung [Bezeichnung Einzelmaßnahme / eines Sanierungsvorhabens] nicht bewilligt sondern ablehnt und die Förderung nicht mit einer Zusage gegenüber der antragstellenden Vertragspartei zusagt, sondern mit einem Ablehnungsbescheid versagt (auflösende Bedingung). Die antragstellende Vertragspartei wird die jeweils andere Vertragspartei über den Eintritt und den Umfang des Eintritts der Bedingung unverzüglich in Kenntnis setzen.“ 

Weiterhin gültige Förderung von Einzelmaßnahmen 

Weiterhin können für weitere Effizienzmaßnahmen, bspw. für die Dämmung der Gebäudehülle, Anlagentechnik und die Heizungsoptimierung, Zuschüsse beim BAFA beantragt werden.  

Bis zu 20 Prozent der maximal förderfähigen Kosten werden für Einzelmaßnahmen gewährt, bestehend aus 15 Prozent Grundförderung und einem Bonus von 5 Prozent bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP).  

Die maximal förderfähigen Ausgaben für Effizienzmaßnahmen liegen bei 60.000 Euro pro Wohneinheit, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt und bei 30.000 Euro ohne Sanierungsfahrplan. Die Höchstgrenzen der förderfähigen Ausgaben für den Heizungstausch und weitere Effizienzmaßnahmen dürfen kumuliert werden. 

Weiterhin gültige Förderung von Sanierungen zu Effizienzhäusern 

Weiterhin können für die Sanierung von bestehenden Immobilien zum Effizienzhaus über die Haus-/Geschäftsbank bei der KfW Kredite mit Tilgungszuschuss beantragt werden. Wichtig ist es, die Reihenfolge zu beachten: Für Finanzierungen von Komplettsanierungen dürfen die Vorhaben erst nach Beantragung starten.  

Haus & Grund Deutschland

Dienstag, 06 Februar 2024 11:14

Stadt und enercity legen Wärmeplan vor: Bürger können noch Wünsche und Bedenken einreichen

Bei dem Thema ist Hannover Spitzenreiter. Als erste Kommune in Niedersachsen hat die Landeshauptstadt ihren Wärmeplan dem Land mitgeteilt. Die in präzisen digitalen Karten dargestellten Ergebnisse wurden gemeinsam mit enercity auf Basis von dessen Vorplanungen entwickelt – sie sind auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht.

Hintergrund: Im Jahr 2045 sollen Gasheizungen bundesweit Geschichte sein. Das Wärmeplanungsgesetz des Bundes (WPG) verpflichtet deshalb große Kommunen in Verbindung mit dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) zur Erstellung einer Wärmeplanung bis spätestens zum 30. Juni 2026.

Die jetzt vorgelegten Ergebnisse sollen zeigen, in welchem Stadtteil künftig welche Heizungsart die beste Alternative zur Gas- oder Ölheizung ist. Trotz der Vorlage gebe es keinerlei Verpflichtung zum Tausch des Heizsystems, erklärte OB Belit Onay (Grüne) bei der Vorstellung des Konzepts im Rathaus.

Die Wärmeplanung sei aber ein wichtiges strategisches Planungsinstrument, das zeige, wie die Umstellung auf klimafreundliche Wärmeversorgungssysteme gelingen könne und welches Heizungssystem in welchem Bereich am besten geeignet sei.

Eine wichtige Erkenntnis der Voruntersuchung ist, dass sich in Hannovers Nordstadt und in der Südstadt weitere Gebiete zur Fernwärmeversorgung und Erweiterung des bestehenden Satzungsgebietes eignen.  

Bisher gilt: In Neubaugebieten dürfen schon seit Jahresbeginn nur noch Heizungen eingebaut werden, die zu mindestens 65 Prozent mit nicht-fossilen Energieträgern arbeiten. In wenigen Jahren aber gilt das bundesweit auch in Bestandsbauten – sobald die Heizung so irreparabel kaputt ist, so dass eine neue installiert werden muss: in Großstädten ab Mitte 2026, in kleineren Städten bis 100.000 Einwohner ab Mitte 2028.

Laut enercity-Vorstand Prof. Marc Hansmann ist es auch denkbar, dass in einigen Quartieren zunehmend Nahwärme möglich sei, bei denen z.B. Blockheizkraftwerke mit Biomasse, Großwärmepumpen oder Geothermie einzelne Häuserblocks heizen. So gibt es bereits in Marienwerder und am Mühlenberg und von Avacon am Kronsberg Nahwärme. In allen anderen Gebieten biete sich zumeist die Wärmepumpe als dezentrale Lösung an.

Die Fernwärme soll bis 2045 rund 56 Prozent des Wärmebedarfs in Hannover decken. Das wäre etwa doppelt so viel wie heute und auch auf der Annahme basiert, dass viele Häuser bis dahin gedämmt werden und deshalb weniger Wärme brauchen. Dezentrale Wärmepumpen oder andere dezentrale Lösungen wie Pelletheizungen erreichen demnach eine Deckung von 34 Prozent, während Nahwärmenetze zukünftig etwa neun Prozent des Wärmebedarfs abdecken können.

Mit Bekanntgabe der Wärmekarten ist das öffentliche Beteiligungsverfahren gestartet. Bürger und Unternehmen haben bis zum 29. Februar Gelegenheit, ihre Wünsche, Ideen und Bedenken zum Wärmeplan einzureichen. Interessierte können sich unter www.hannover.de/waermeplanung-Ihh informieren.

Im Zuge der öffentlichen Beteiligung wird die Verwaltung alle Anregungen prüfen und anschließend eine Drucksache zum Wärmeplan vorlegen. Diese wird in allen Stadtbezirken und den zuständigen Ratsgremien beraten und anschließend vom Rat voraussichtlich im Laufe dieses Jahres entschieden.

Auch im Umland ist die Wärmeplanung in vielen Orten bereits angelaufen. In einem Pilotprojekt der Region wurden Ausschreibungsunterlagen für die drei Kommunen Gehrden, Garbsen und Langenhagen erarbeitet. Diese Vergabeunterlagen stehen seit Dezember 2023 allen Regionskommunen als Muster zur Verfügung.

Michael Nicolay

Hilfe für Hausbesitzer

Die Klimaschutzagentur Region Hannover bietet schon jetzt eine Reihe an Heizungs- und Energieberatungen für Hauseigentümer an, z.B. Online-Energieberatungen (www.hannover.de/fernwaermesatzung) zu den Schwerpunktthemen Heizungserneuerung, Wärmepumpe, Photovoltaik und Solarthermie sowie energieeffiziente Sanierung der Gebäudehülle. Außerdem wird ein Fördermittel-Kompass für Privathaushalte angeboten.

Rechtswirkung der kommunalen Wärmeplanung

Grundsätzlich ist die kommunale Wärmeplanung ein informelles, strategisches Instrument ohne rechtliche Wirkung. Ursprünglich hatte der Bund vorgesehen, dass in Kommunen ab dem Moment, in dem sie den Wärmeplan beschließen, sofort die 65-Prozent-Regelung für neue Heizungen gelten solle. Diese ist aber vom Tisch.

Nur wenn einzelne Satzungen erlassen würden, bekämen diese Rechtsbindung – z.B. die Fernwärmesatzung, die in Hannover seit 2023 gilt. Sie sieht vor, dass im Fernwärme-Vorranggebiet nur dann Heizungen eingebaut werden dürfen, wenn sie ebenfalls klimaneutral sind. 

Die Gebietseinteilung der Wärmeplanung in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete zeigt, wie die meisten Gebäude zukünftig am besten mit Wärme aus erneuerbaren Quellen und unvermeidbarer Abwärme versorgt werden können. Eine individuelle, projektbezogene Planung ersetzt die Darstellung nicht.

 

Freitag, 15 Dezember 2023 13:02

Neuer Mietspiegel für Hannover

Mietspiegel sollen dem Vermieter die Begründung des Erhöhungsverlangens und dem Mieter dessen Überprüfung erleichtern. Er gibt eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete für Wohnungen vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage in der Stadt bzw. in der jeweiligen Region.

Es sollte eigentlich wieder ein qualifizierter Mietspiegel werden. Doch das Mietspiegelreformgesetz hat insbesondere in punkto Zuständigkeiten den gewohnten Ablauf durcheinander gebracht. Am Ende war die Erstellung eines qualifizierten Mietspiegels für 2023 zeitlich nicht mehr umsetzbar.

Montag, 11 Dezember 2023 12:20

130 Jahre HAUS & GRUNDEIGENTUM Hannover - Großer Festakt mit 2.200 Mitgliedern und Gästen

Es war ein unvergesslicher Abend – stilvoll, feierlich und unterhaltsam dem Anlass entsprechend in Hannovers schönstem Saal unter der Kuppel unserer Stadthalle. Mehr als 2.200 Mitglieder, Gäste und viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind zum Festakt des 130-järhigen Jubiläums von HAUS & GRUNDEIGENTUM gekommen!

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Geschäftsführerin und an diesem Abend auch Moderatorin Dr. Mady Beißner die Anwesenden im Kuppelsaal, in dem man schon aus Tradition immer wieder gerne zusammenkomme. Anlässlich des Jubiläums habe man sich etwas ganz Besonderes überlegt, etwas, dass auch zur Erfolgsgeschichte des Vereins passe.

Und die Mitglieder und Gäste wurden nicht enttäuscht. Als Opening begeisterte der Knabenchor Hannover mit 60 jungen Sängern zwischen 10 und 14 Jahren unter Leitung von Prof. Jörg Breiding das Auditorium.

Freitag, 10 November 2023 10:49

Gebäudeenergiegesetz: Das müssen Eigentümer ab 2024 beim Heizen beachten

Am 1. Januar 2024 tritt die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in Kraft. Das sogenannte Heizungsgesetz soll den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen einleiten. Neu installierte Heizungen müssen zukünftig ihre Wärme zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme bereitstellen. Doch zunächst gilt die Pflicht nur für Neubaugebiete.

 

Für Bestandsgebäude und Neubauten in Baulücken wird die 65-Prozent-Vorgabe erst dann wirksam, wenn die Stadt oder Gemeinde ihre kommunale Wärmeplanung vorgelegt hat. Hier die wesentlichen Regelungen:

Kein Betriebsverbot für funktionierende Heizungen

Das neue Gesetz beinhaltet keine neue Pflicht zum Austausch funktionierender Heizungen – mit Ausnahme des bestehenden Betriebsverbots für 30 Jahre alte Standardheizkessel. Spätestens bis Ende 2044 müssen jedoch alle mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizungen stillgelegt werden, wenn sie nicht mit Biomasse oder Wasserstoff weiterbetrieben werden können.

Einbau fossiler Heizungen weiterhin möglich

Bis zum Vorliegen kommunaler Wärmepläne dürfen in bestehenden Gebäuden alle bisher erlaubten Heizungen weiterhin eingebaut werden. Allerdings müssen diese ab 2029 anteilig mit 15 Prozent, ab 2035 mit 30 Prozent und ab 2040 mit 60 Prozent Biomasse oder Wasserstoff betrieben werden. Das gilt auch für Ölheizungen über das Jahr 2026 hinaus. Das bisherige Einbauverbot für Ölheizungen wurde aufgehoben, da Ölheizungen mit E-Fuels als Alternative zum Heizöl betrieben werden können.

Beratung vor Heizungseinbau wird Pflicht

Allerdings müssen sich Eigentümer vor Einbau einer neuen Heizung, die mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben wird, von einer fachkundigen Person – wie etwa dem Handwerksunternehmen oder Bezirksschornsteinfeger – beraten lassen. Insbesondere sollen Hauseigentümer über steigende Betriebskosten infolge der CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe und der zu erwartenden Preisentwicklung bei Biomasse und Wasserstoff aufgeklärt und zu alternativen Lösungen beraten werden. Zudem soll auf die möglichen Auswirkungen der Wärmeplanung hingewiesen werden.

Nutzung von 65 Prozent erneuerbarer Energien wird mit Wärmeplanung verbindlich

Nach Vorliegen eines kommunalen Wärmeplans müssen Eigentümer die Anforderungen zur Nutzung von 65 Prozent erneuerbarer Energien beim Einbau einer neuen Heizung erfüllen. In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wird die Pflicht nach dem 30. Juni 2026 verbindlich, in Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern gilt sie erst nach dem 30. Juni 2028. Liegt ein Wärmeplan früher vor, wird der Einbau von Heizungen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien nicht automatisch verpflichtend. Erst wenn die Kommune eine gesonderte Entscheidung zur Ausweisung von Wasserstoff- oder Wärmenetzgebieten fällt, wird die Pflicht einen Monat nach Bekanntgabe dieser Entscheidung verbindlich.

Verschiedene Erfüllungsoptionen sind möglich

Um ein Gebäude mit dem vorgeschriebenen Anteil von 65 Prozent erneuerbaren Energien zu beheizen, kommen verschiedene pauschale Erfüllungsoptionen infrage:

  • Anschluss an ein Wärmenetz
  • Einbau einer Wärmepumpe mit Wärmequelle Luft, Erdreich oder Wasser
  • Einbau einer Biomasseheizung auf Basis fester oder flüssiger Biomasse
  • Einbau einer Gasheizung unter Nutzung von grünen Gasen oder Wasserstoff
  • Einbau einer Hybridheizung (Kombination aus fossilen und erneuerbaren Energien)
  • Einbau einer Stromdirektheizung in gut gedämmten Häusern sowie in Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn der Eigentümer selbst darin wohnt

Übergangsfristen bei Anschluss an ein Wärme- oder Wasserstoffnetz

Auch wenn die kommunale Wärmeplanung vorliegt und ein Wärme- oder Wasserstoffnetz für das entsprechende Gebiet vorsieht, ist per se noch kein Anschluss des Gebäudes vor Ort an das Netz möglich. Das neue GEG sieht bis zum endgültigen Anschluss Übergangsfristen vor, in denen Eigentümer eine Heizungsanlage ohne Einhaltung der 65-Prozent-Vorgabe einbauen und betreiben dürfen.

Allgemeine Übergangsfristen

Bei einem Heizungsaustausch kann höchstens für fünf Jahre übergangsweise eine andere Heizung eingebaut werden, die nicht auf 65 Prozent erneuerbaren Energien basiert. Bei Gasetagenheizungen oder Einzelöfen muss der Eigentümer oder die Wohneigentümergemeinschaft (WEG) innerhalb von fünf Jahren nach Ausfall des ersten Gerätes entscheiden, ob weiterhin dezentral oder zukünftig zentral geheizt werden soll. Für die Umstellung auf eine Zentralheizung hat der Eigentümer beziehungsweise die WEG weitere acht Jahre Zeit. Anderenfalls muss jedes neu eingebaute Gerät die 65-Prozent-Vorgabe erfüllen. Hierfür kämen dann der Betrieb einer Gastherme mit Biomethan beziehungsweise Wasserstoff oder die Umstellung auf Luft-Luft-Wärmepumpen (sogenannte Klima-Splitgeräte) infrage.

Ausnahmen

Eine Befreiung von diesen Pflichten ist auf Antrag durch die zuständige Behörde möglich, wenn die Anforderungen

  • durch andere als im GEG vorgesehene Maßnahmen im gleichen Umfang erreicht werden oder
  • im Einzelfall zu einer unbilligen Härte führen.

Ebenso dürfen alle vor dem 19. April 2023 (Datum des Kabinettsbeschlusses) bestellten Heizungen noch bis zum Ablauf des 1. Oktober 2024 nach altem Recht eingebaut und betrieben werden.

Ordnungswidrigkeit und Bußgeld

Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ist verpflichtet, nunmehr auch die Einhaltung der neuen gesetzlichen Anforderungen zu prüfen. Ein Verstoß gegen die neuen Pflichten gilt als Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden kann.

Kommentar von Corinna Kodim, Geschäftsführerin Energie, Umwelt, Technik

„Das umstrittene Heizungsgesetz (GEG) zur Nutzung von 65 Prozent erneuerbaren Energien bei neuen Heizungen tritt nach langem Hin und Her in Kraft. Das Gesetz beinhaltet in seiner jetzigen Fassung kein Betriebsverbot mehr und auch keine Pflicht zum Austausch von funktionierenden Heizungen oder Pumpen. Dies hatte der ursprünglich im Frühjahr vorgelegte Gesetzentwurf vorgesehen. Auch die vom Bundeskabinett beschlossene Version enthielt für Eigentümer mehr Probleme als Lösungen.

Viele der von Haus & Grund geforderten Maßnahmen wurden umgesetzt. So werden ab 2024 die Erstellung von kommunalen Wärmeplänen für Länder und Kommunen gesetzlich vorgeschrieben (Wärmeplanungsgesetz) und der Einbau klimafreundlicher Heizungen mit Zuschüssen über das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)“ stärker gefördert.

Bis zum Vorliegen der kommunalen Wärmepläne dürfen alle bisher erlaubten Heizungen weiterhin eingebaut werden, wenn sie zukünftig durch den anteiligen Bezug von Biomasse oder Wasserstoff betrieben werden. Eigentümer, die sich für eine Wärmepumpe oder eine andere klimafreundliche Heizung entscheiden, dürfen jetzt nicht durch potenzielle Anschlusszwänge an ein Wärmenetz verunsichert werden.

Bei der kommunalen Wärmeplanung kommt es darauf an, dass sich möglichst zügig die Akteure vor Ort zusammenfinden und gemeinsam über die beste Lösung entscheiden. Insbesondere muss die Wärmeplanung neben den Wärmenetzen auch die Infrastrukturen der Strom- und Gasversorger mit einbeziehen, um die Versorgung der Gebäude mit grünen Gasen, Wasserstoff, erneuerbarem Strom oder klimafreundlicher Wärme bis 2045 zu ermöglichen.“

Freitag, 10 November 2023 10:47

Wohnraum für internationale Pflegekräfte gesucht

Sie gehören zu den Stützen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): die Pflegefachkräfte. Gerade in Zeiten der Personalknappheit ist die MHH deshalb auch auf Pflegepersonal aus dem Ausland dringend angewiesen.

Das Problem jedoch: die Unterbringung der Menschen. Die Integrationsbeauftragte Petra Heyde: „Es gibt viele qualifizierte Bewerber, aber sie benötigen Wohnraum.“ Die MHH kann das nicht im notwendigen Maß leisten – sie hat keine Gebäude, die leer stehen und ohne massiven Sanierungsaufwand genutzt werden können. Und die Appartements des Studentenwerks stehen vorrangig den Studierenden zur Verfügung.

Trotz Einschaltung von Personaldienstleistern fehlt es nach wie vor an Wohnraum. Doch ohne diesen wird sich der Personalmangel an der MHH verschärfen – denn internationale Pflegefachkräfte können nicht in dem Umfang rekrutiert werden, wie es der Bedarf verlangt.

Um das zu verhindern, ist ein Lösungsansatz, dass private Vermieter Wohnraum zur Verfügung stellen. Dieser sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • möbliert sein,
  • mindestens für sechs bis acht Monate zu mieten sein,
  • in der Nähe der MHH liegen bzw. diese sollte mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch am frühen Morgen oder abends erreichbar sein,
  • darf höchstens (!) 500 bis 550 Euro kosten,
  • über einen Internetzugang verfügen,
  • Einkaufsmöglichkeiten bieten, die ohne Auto zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

HAUS & GRUNDEIGENTUM möchte die MHH bei der Lösung des Problems gerne mit Ihrer Hilfe unterstützen. Deshalb unsere Bitte: Wenn Sie selbst die Möglichkeit haben, weil z.B. die Kinder aus dem Haus sind, oder jemanden kennen, der Wohnraum anbieten kann, melden Sie sich bitte bei:

Frau Petra Heyde, Integrationsbeauftragte, 0511-532-36496, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Freitag, 15 September 2023 11:27

Aktueller Stand: Verwaltung erklärt sich zu neuen Straßenreinigungsgebühren

In 46 Straßen wurden vor drei Jahren von aha die Reinigungsklassen – größtenteils nicht nachvollziehbar – erhöht. Als Konsequenz explodierten die Straßenreinigungsgebühren für die Anwohner auf bis zu 70 Prozent. Das führte in der Folge zu rund 670 Klagen vor dem Verwaltungsgericht Hannover.

Kurz vor der mündlichen Verhandlung hob das Unternehmen die Gebührenbescheide für die Kläger aber selbst auf und zahlte das bereits kassierte Geld wieder zurück. Grund war ein Urteil des OVG Lüneburgs aus dem Jahr zuvor.

Das Gericht hatte damals festgestellt, dass aha die Über- und Unterdeckungen aus vorangegangenen Kalkulationszeiträume, die innerhalb von drei Jahren auszugleichen sind, nicht richtig in die jeweiligen Kalkulationen eingestellt hatte.

Außerdem entschied das OVG, dass dieser Fehler zur Komplettaufhebung der damals bestehenden Satzung im Normenkontrollverfahren führte. Das bedeutete in den Einzelklageverfahren, dass die Bescheide von aha dadurch rechtswidrig wurden.

Somit bedarf es einer zeitnah korrigierten Gebührenkalkulation. Darüber hinaus sollte die Stadt bemüht sein, auch das Thema der erhöhten Reinigungsklassen zu korrigieren, damit eine erneute Klagewelle verhindert werden kann.

Die CDU-Ratsfraktion hat deshalb der Verwaltung einen Fragenkatalog zu dem umstrittenen Thema gestellt:

Welche Kosten sind für aha aufgrund der fehlerhaften Gebührenkalkulation entstanden (inklusive der Prozesskosten) und wann wird eine überarbeitete Straßenreinigungsgebührensatzung zur Entscheidung vorgelegt?

Antwort: „Durch die Aufhebung der beklagten Gebührenbescheide hat der Zweckverband Prozesskosten im erheblichen Umfang zugunsten aller Straßenreinigungsgebührenzahler*innen gespart. Die verbleibenden Kosten belaufen sich auf rund 150.000 Euro für Anwalts- und Gerichtskosten, da noch nicht alle Rechnungen vorliegen ist der genannte Betrag eine Hochrechnung.

Die Rücknahme der beklagten Gebührenbescheide erfolgte, weil das Verwaltungsgericht Hannover darauf hinwies, dass das Urteil vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg vom 16.06.2022 grundsätzlich auch auf die Straßenreinigungssatzung des Zweckverbandes anwendbar wäre. Eine inhaltliche Befassung mit den Gebührensätzen und den festgelegten Reinigungsintervallen fand nicht statt.

Im o.g. Urteil des OVG wurde für die Abfallgebührensatzung 2017-2019 entschieden, dass die Gebührenkalkulation nicht ausreichend ermittelt wurde, da die Kalkulation der Gebührenvorträge nicht den gesetzlichen Vorgaben vollumfänglich entsprach. Erforderlich sei eine tatsächliche Nachberechnung der vergangenen Gebührenperiode.

Die entsprechende Nachberechnung läuft aktuell, sobald diese abgeschlossen ist, wird dem Rat der Landeshauptstadt die neue Straßenreinigungssatzung zur Beschlussfassung vorgelegt, so dass im Anschluss eine Nachveranlagung der aufgehobenen Bescheide erfolgen kann. Da die Straßenreinigungsleistung im vollen Umfang erfolgt, ist eine Nachveranlagung zur Gebührenzahlung angemessen und gerecht.“

Inwiefern setzt sich die Verwaltung dafür ein, dass bei dieser Gelegenheit auch eine Anpassung der Einstufung der Reinigungsklassen erfolgt?

Antwort: „Mit der Überarbeitung der Straßenreinigungsgebührensatzung wird der o.g. Berechnungsfehler korrigiert. Dies hat keine Auswirkungen auf Reinigungsklassen oder Intervalle. Die Reinigungsklasse richtet sich nach dem Reinigungsbedürfnis der jeweiligen öffentlichen Verkehrsfläche. Die durch die Reinigungskommission vorgeschlagenen und jährlich überprüften Reinigungsintervalle bleiben bestehen, diese sind in der Reinigungsverordnung festgelegt.

Die Reinigungsintervalle werden regelmäßig überprüft. Anschließend werden dem Rat ggfs. Änderungen der Reinigungsintervalle zur Beschlussfassung vorgeschlagen. Der Rat entscheidet allein und ausschließlich über Art, Umfang und Häufigkeit der Straßenreinigung.

Die nächste Vorlage erfolgt im Herbst 2023 mit der Vorlage der neuen Gebührenkalkulation ab 2024.“

Sieht die Verwaltung die Möglichkeit, den Anwohnerinnen und Anwohnern bezüglich der Reinigungsklassen entgegenzukommen, mit dem Ziel, eine erneute Klagewelle zu verhindern?

„Art, Umfang und Häufigkeit der Straßenreinigung sind kein „politisches" Instrument, sondern richten sich ausschließlich nach dem erforderlichen Reinigungsbedürfnis, dass vom Rat u.a. in Reinigungsklassen und lntervallzuordnungen abschließend festgelegt wird.

Die Reinigungsleistung ist in den entsprechenden Reinigungsklassen tatsächlich erbracht worden. Daher gibt es keinen Grund, auf Gebühreneinnahmen zu verzichten. Darüber hinaus ist ein „Entgegenkommen" im Gebührenrecht nicht vorgesehen.

Die Reinigungsklassen werden für die Nachveranlagung nicht verändert. Dies wäre allein auf Grund der Gleichbehandlung nicht möglich, eine Anpassung würde bedeuten, dass die Allgemeinheit die Kosten zu tragen hätte.

Freitag, 15 September 2023 11:21

Grundsteuer in Hannover steigt auf Rekordhöhe: Widerstand gegen Vorhaben von Grün-Rot wächst

Das Wohnen wird in Hannover ab dem kommenden Jahr um fast 17 Prozent teurer – und zwar für Eigentümer und Mieter. Die Verwaltung will auf Antrag der grün-roten Ratsmehrheit den Hebesatz bei der Grundsteuer um 100 Punkte auf 700 Prozent anheben. Damit liegt die Landeshauptstadt im Vergleich der deutschen Landeshauptstädte auf einem Spitzenplatz.

Die Verwaltung will damit Mehreinnahmen von 25 Millionen Euro kassieren, um Haushaltslöcher zu stopfen. Für das kommende Jahr droht ein Haushaltsdefizit von mehr als 300 Millionen Euro. In den Augen der Rathausspitze fällt die finanzielle Mehrbelastung für die Menschen aber „moderat“ aus.

Doch der Widerstand gegen das Vorhaben wächst. Die jahrzehntelange Misswirtschaft der rot-grünen Stadtspitze dürfe nicht noch weiter zulasten von Mietern und Eigentümern gehen, erklärte CDU-Ratsfraktionschef Felix Semper.

Der Politiker: „Anstatt den Menschen noch tiefer in die Tasche zu greifen, muss die Stadt vor der eigenen Haustür kehren und die Kosten innerhalb der Stadtverwaltung senken. Der Eigenbeitrag der Verwaltung, die durch interne Maßnahmen 42 Millionen Euro einsparen will, ist aus unserer Sicht viel zu niedrig veranschlagt. Semper: „Da muss in Zeiten von Digitalisierung und modernen Arbeitsformen mehr gehen.“

Scharfe Kritik kommt auch vom FDP-Ratsfraktionsvorsitzenden Wilfried Engelke. Er verstehe nicht, dass die SPD dieses unsoziale Vorhaben mitmache, denn schon jetzt seien die hohen Nebenkosten bekanntlich eine Art zweite Miete.

Stattdessen solle der Kämmerer sich sinnvollerweise überlegen, wo er in der Tat einsparen könne, so Engelke. Und er nennt ein Beispiel: der sogenannte „Aufhof“, das leerstehende ehemalige Galeria Kaufhof-Gebäude an der Marktkirche. Es wird temporär als Begegnungsort und Forum für Stadtentwicklung und Baukultur, für Wissenschaft und Kreativität genutzt.

Der Fraktionschef: „Miete muss die Stadt dafür nicht bezahlen, aber dafür rechnet sie für sämtliche Nebenkosten sowie Sicherheits- und Reinigungsdienst mit einer Million Euro im Jahr. Aber wenn dort nicht ab und zu Studenten der Hochschule Aktion machen, ist da tote Hose. Solche teuren Spielereien können wir uns nicht mehr leisten.“  

Auch der Deutsche Mieterbund in Hannover ist fassungslos über das Vorhaben, da von der Erhöhung auch die Mieter durch die Nebenkostenabrechnung betroffen sind. Die Begründung für die Anhebung sei mangelhaft, allein auf ein Haushaltsloch zu verweisen, reiche nicht aus, erklärte Geschäftsführer Randolph Fries. Letztlich sei es völlig unverständlich, warum ausgerechnet die Landeshauptstadt einen der höchsten Grundsteuersätze in Deutschland haben solle.

Für die große Grundsteuerreform 2025 hatte die Politik in Berlin versprochen, dass die Bürger künftig nicht mehr bezahlen sollen, als vor der Reform und Gemeinden sich nicht bereichern werden. Doch an dem Versprechen gibt es jetzt auch in Hannover große Zweifel.

Michael Nicolay

 

Dazu Kasten:

Wie teuer wird es für Eigentümer und Mieter nun wirklich? Hier einige Beispielrechnungen für Immobilien in Hannover:

Mehrfamilienhaus:

Meyenfeldstr., Stöcken        4 WE =    300 m²      bisher 1.016,52 € künftig 1185,94

Bethlehem Str., Linden      7 WE =      629 m²      bisher 753,72 € künftig 879,34          

An der Strangriede, Nordstadt   13 WE =    603 m²     bisher 710,76 € künftig 829,22            

Am Welfenplatz, Oststadt     22 WE =   1.149 m²      bisher 2.790,48 € künftig 3255,56          

Einfamilienhaus:

Echteweck, Ahlem            bisher 476,88 €   künftig 556,36

 

Eigentumswohnung:

Groß Barlingen, Südstadt               76,50 m²         bisher 362,88 € künftig 423,36

Plauner Str., Sahlkamp                     84,70 m²        bisher 408,00 € künftig 476,00

Seegershof, List                                 108   m²          bisher 510,96 € künftig 596,12

Simeonkirchplatz, Kirchrode           77,84 m²         bisher 399,36 € künftig 465,92

           

 Das neue Flächen-Lage-Modell in Niedersachsen

Niedersachsen setzt bei der Grundsteuerreform ab 2025 im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern auf ein selbst entwickeltes Flächen-Lage-Modell - eine Weiterentwicklung des reinen Flächen-Modells. Der Vorteil: Es ist leicht umsetzbar und enthält keine streitanfälligen Determinanten.

Gegenüber dem verkehrswertorientierten Bundesmodell bietet das Flächen-Lage-Modell insbesondere den Vorteil einer deutlich leichteren Administrierbarkeit mit nur noch einer einmaligen Hauptfeststellung für die ca. 3,5 Millionen zu bewertende Grundstücke in Niedersachsen anstelle regelmäßiger weiterer Hauptfeststellungen im 7-Jahre-Rhythmus.

Nur bei gravierenden Änderungen der Lageverhältnisse, die automatisiert von der Verwaltung überprüft werden, kommt es im Flächen-Lage-Modell zu neuen Steuerbescheiden in den betroffenen Gebieten. Insgesamt bedeutet das also erhebliche Einsparung von Personal- und Verwaltungskosten.

Der jeweilige Lage-Faktor ergibt sich direkt aus den Regelungen im Niedersächsischen Grundsteuergesetz. Die niedersächsische Finanzverwaltung führt lediglich die – einfache – Berechnung dieser Lagefaktoren durch. Das Ergebnis kann automatisch in die Steuerberechnung einfließen. Für die Steuerpflichtigen steht ein „Grundsteuer-Viewer“ zur Verfügung. Das ist eine Kartendarstellung im Internet, aus der die Flächen und Faktoren ersichtlich sind. Er ist ein Transparenz-Instrument und eine Ausfüllhilfe für die Flächenangaben.

Ziel ist es, einen guten und gerechten Weg für die Bemessung der Grundsteuer zu wählen, der Bürger und Bürgerinnen möglichst wenig belastet, den Kommunen Sicherheit gibt und viel Personal spart.

Freitag, 11 August 2023 11:34

„Wohnen sichern“ – private Eigentümer zu Fachgespräch eingeladen

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Auch die Landeshauptstadt Hannover unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich. Für einen Erfolg sind deshalb lokale Bündnisse und Strategien elementar wichtig.

Aus diesem Grund will Sozialdezernentin Sylvia Bruns gezielt auch private Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer mit ins Boot holen. Bei einem Fachgespräch am 11. September sollen die unterschiedlichen Aspekte des Themas „Wohnen sichern“ erörtert werden.

Haben Sie Interesse? Dann melden Sie sich bitte bis zum 18. August 2023 an. Schicken Sie dazu eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und geben Sie die Namen der Teilnehmenden und Ihre Kontaktdaten an.

Aufgrund des begrenzten Kontaktangebots werden die Anmeldungen nach Eingangsdatum der Mail berücksichtigt.

Mittwoch, 09 August 2023 13:21

Offener Brief an Dr. Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund Deutschland

Sehr geehrter Dr. Warnecke,

seit Monaten schwebt ein neues Gebäudeenergiegesetz (GEG), besser als Heizungsgesetz bekannt, wie ein Damoklesschwert über den Eigentümern in diesem Land. Dank einer überraschenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist seine Verabschiedung vorerst gestoppt. Doch geht es nach dem Willen der Bundesregierung, soll das Gesetz nach der Sommerpause vom Bundestag in der bisher geplanten Form beschlossen werden.

Mit Verwunderung habe ich gelesen, dass Sie diesem Vorhaben zustimmen. Wörtlich schreiben Sie: „Das Gesetz hat seinen ursprünglichen Schrecken verloren. Jetzt kann es im September verabschiedet werden.“ Der Verband, so war zu lesen, will an dem Ergebnis nicht mehr rütteln – genauso wie die Ampel-Koalition, der Bundesverband Wärmepumpe und der Deutsche Mieterbund.

Sind Ihre Aussagen tatsächlich ernst gemeint? Denn Opposition und andere Immobilienverbände sehen das völlig anders!

So fordert die Union im Bundestag einen kompletten Neustart für das Gesetz: mehr fördern statt fordern, eine Regelung weitgehend über den CO2-Preis. Verbände verlangen mehr finanzielles Entgegenkommen für Wohnungsunternehmen und Eigentümer, was die geplante Förderung der Investitionskosten für den Heizungstausch betrifft. Der Immobilienverband Deutschland wünscht sich, dass Vermieter Modernisierungskosten, die durch den Heizungsaustausch entstehen, besser auf die Mieter umgelegt werden können.

Einen Mangel an für Eigentümer notwendigen Verbesserungsvorschlägen gibt es demnach nicht. Offenbar stehen Sie aber mit Ihrer Bewertung des Gesetzes innerhalb der Wohnungswirtschaft und der Immobilienverbände weitestgehend allein dar. Wie kommen Sie zu Ihrer Einschätzung?

Mehr als 900.000 Mitglieder von Haus & Grund Deutschland warten mit großem Interesse auf Ihre Erklärung.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Beckmann, Vorsitzender HAUS & GRUNDEIGENTUM 

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